Ein Rucksack voller Erfahrungen

Die Verbindung von Theorie und Praxis – oft versucht, doch im Projektpraktikum „Konzeptentwicklung eines Erneuerbaren Energiesystems in einem Entwicklungsland“ anschaulich und spannend vermittelt. Ein Highlight war am Ende der Veranstaltung der gemeinsame Aufstieg zur Berghütte Westfalenhaus, das über ein sogenanntes Inselsystem versorgt wird.


Aufstieg zum Westfalenhaus (Foto: Stephan Baur)

Aufstieg zum Westfalenhaus (Foto: Stephan Baur)

Ins Leben gerufen, organisiert und begleitet wurde das interdisziplinäre Projektpraktikum am Lehrstuhl für Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme (ENS) von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Johannes Winklmaier, Kais Siala und Stephan Baur, der auch Lehrer am Gymnasium Geretsried ist.

 

Während des Wintersemesters 15/16 planten drei separate Teams aus jeweils fünf Studenten der Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau, Betriebswirtschaftslehre, sowie Umweltplanung und Ingenieurökologie, ein erneuerbares und nachhaltiges Energie-, Wärme- und Wasserversorgungskonzept für eine Missionsstation in Banket, Simbabwe.

Vorstellung der Wasserkraftanlage mit Pelton-Turbine (Foto: Stephan Baur)

Vorstellung der Wasserkraftanlage mit Pelton-Turbine (Foto: Stephan Baur)

Das Praktikum war durch die vier Hands-On-Termine ohnehin sehr praxisorientiert aufgebaut. Aber als abschließendes Highlight wurde die Besichtigung eines realen stromnetzfernen Energiesystems – ein sogenanntes Inselsystem – im Rahmen einer zweitägigen Exkursion zum Westfalenhaus, einer Berghütte in den Stubaier Alpen, organisiert.

Bei strahlendem Sonnenschein und herrlichem Bergpanorama meisterte die Gruppe die 600 Höhenmeter Aufstieg mit Schneeschuhen auf die auf 2273 Metern gelegene Berghütte in etwa drei Stunden, wo sie der herzliche Hüttenwirt Rinaldo bereits erwartete.

Studierenden schauen sich das Blockheizkraftwerk an (Foto: Stephan Baur)

Studierenden schauen sich das Blockheizkraftwerk an (Foto: Stephan Baur)

Die Besichtigung der dort nach und nach installierten Systeme und die Erfahrungen von Rinaldo als Betreiber halfen dabei, die erworbenen theoretischen Wissensinhalte in der Realität nachzuvollziehen. Am Tag des Aufstiegs wurde eine Wasserkraftanlage mit einer Pelton-Turbine und einer Leistung von etwa 20 kW sowie ein mit Biodiesel betriebenes Blockheizkraftwerk ausführlich vorgestellt.

Ausklang am Abend bei Gesprächen und Diskussionen (Foto: Stephan Baur)

Ausklang am Abend bei Gesprächen und Diskussionen (Foto: Stephan Baur)

Nachdem Rinaldo den Wissensdurst gestillt hatte, kümmerte er sich um das leibliche Wohl. Bei Rahmgeschnetzeltem und Käsespätzle konnte ausgiebig über das besichtigte Inselsystem diskutiert werden – der abschließende Zirbenschnaps zur Verdauung durfte dabei natürlich nicht fehlen. Der Abend klang bei Gesprächen, Fachsimpeln und Feedback über die im Praktikum erarbeiteten Konzepte für die Missionsstation in Banket (Simbabwe) aus, ehe man sich ins urige und einfache Bettenlager verkroch.

Die hauseigene Kläranlage (Foto: Stephan Baur)

Die hauseigene Kläranlage (Foto: Stephan Baur)

Am nächsten Tag konnten noch eine kleine Photovoltaikanlage sowie die Leistungselektronik, die Materialseilbahn, die hauseigene Kläranlage und das Batteriesystem der Berghütte bestaunt werden. So erhielten die Studierenden viele wertvolle Kenntnisse aus erster Hand, und lernten neben der technischen, planerischen Sichtweise auch die Perspektive des Betreibers eines solchen Systems kennen. Am frühen Nachmittag stiegen alle mit einem Rucksack voller neuer Erfahrungen bei leichtem Schneefall wieder ab ins Tal.

Das Team vom Projektpraktikum „Konzeptentwicklung eines Erneuerbaren Energiesystems in einem Entwicklungsland“ (Foto: Stephan Baur)

Das Team vom Projektpraktikum „Konzeptentwicklung eines Erneuerbaren Energiesystems in einem Entwicklungsland“ (Foto: Stephan Baur)

Nach einer sehr arbeitsintensiven Zeit sind die jeweiligen Teams eng zusammengewachsen. Umso schöner war es für die Studierenden, dass die drei Gruppen sowie die Dozenten nach dem Projektpraktikum im Rahmen einer gemeinschaftlichen Abschlussexkursion noch einmal zusammenfanden. „Für diese erlebnisreiche und spannende Lehrveranstaltung und für ihren unermüdlichen Einsatz möchten wir Studenten uns deshalb bei Johannes Winklmaier, Stephan Baur und Kais Siala ganz herzlich bedanken und hoffen, dass nach uns noch einige weitere Studenten dieses Projektpraktikum genießen dürfen.“, war dann auch das Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

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