Erasmus STT bei Electric Papers UK

Nun ist es also soweit: Nach vielen Formularen, die auszufüllen und etlichen Mails, die auszutauschen waren, stehe ich nun am Münchner Flughafen und warte auf den Flieger, der mich nach London bringt, wo ich die nächsten 17 Tage in der britischen Niederlassung von Electric Paper hospitieren werde.


Ermöglicht hat mir diesen Aufenthalt das aus Mitteln der Europäischen Union geförderte ERASMUS STT (Staff Mobility – Staff Training). In erster Linie werden damit Fort- und Weiterbildungsaufenthalte von nicht-akademischen Hochschulangestellten an Partnerhochschulen gefördert. Es werden aber auch Hospitanzen in Unternehmen unterstützt, wenn man dort Erfahrungen für den eigenen Arbeitsbereich sammeln kann. Nachdem der Geschäftsführer von Electric Paper Ltd. in London, Eric Bohms, mir also in einer netten E-Mail mitgeteilt hatte, dass er mich gerne für einige Wochen als Gast in der britischen Niederlassung aufnehmen würde, ein passender Zeitraum vereinbart und der Aufenthalt durch meine Vorgesetzten und das International Center der TUM genehmigt worden war, konnte es also losgehen!

Ich lande in London und habe nach der Zugfahrt Glück, denn mein neuer temporärer Arbeitsplatz ist in Gehweite vom Ankunftsbahnhof Liverpool Street. Auch mit meiner Unterkunft habe ich Glück gehabt. Von dort aus kann ich die Osborn Street, in der sich das Büro von EP UK befindet, zu Fuß innerhalb weniger Minuten erreichen. Es ist zwar ein schlichtes Wohnheim, aber sauber und ruhig und angesichts der zum Teil exorbitanten Preise anderer Unterkünfte günstig. Im Büro in der Osborn Street werde ich freundlich in Empfang genommen. Matt, Support & Services Consultant bei EP UK, stellt mir die anderen Mitarbeiter vor und zeigt mir das Büro. Okay, EvaSys. Zwar ist alles auf Englisch, aber das Programm kenne ich ja gut von meiner Tätigkeit als EvaSys-Administrator an der TUM. In den nächsten Tagen werde ich auch vom Geschäftsführer persönlich begrüßt und ich erfahre einiges über das tägliche Geschäft vor Ort. Viele große Universitäten, darunter auch die renommierte London School of Economics sind Kunden von EP UK. Ein Unterschied zum mir bekannten Qualitätsmanagement deutscher Universitäten ist, dass die Datenqualität hier viel stärker kontrolliert wird. Man versucht die Zahl der Missings so niedrig wie möglich zu halten und möglichst alle Fragebögen in das jeweilige System zu bekommen. Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung  der Daten sind für mich sehr lehrreich. Spannend ist, dass EP UK die Universitäten bei der Datenerfassung (Scannen von Papierbefragungen) unterstützt, was für die Universitäten sehr komfortabel ist, wegen des Datenschutzes in Deutschland aber wohl nicht ohne Weiteres möglich wäre.

Ich lerne die Falldatenbank des Supports kennen, darf bei einem Erfahrungsaustausch zur Implementierung von EvaSys an zwei Londoner Universitäten dabei sein und stelle fest, dass die Akzeptanzprobleme bei der Einführung von softwaregestützter Evaluation doch überall ähnlich sind. Spannend ist für mich zudem, dass ich bei einem EvaSys-Training an einer großen englischen Universität teilnehmen darf. Ich nehme dort viele Anregungen mit, wie man neue Nutzer didaktisch klug in EvaSys einführen kann, was mir bei meiner Tätigkeit für entsprechende interne Einführungsveranstaltungen bestimmt von Nutzen sein wird und entdecke beim Training auch die ein oder andere Funktion, die ich selbst so noch nicht genutzt habe. So vergehen die Tage. Im Arbeitsalltag verbessere ich meine englischen Sprachkenntnisse und lerne die Evaluationssoftware meines Tagesgeschäfts aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Ich fühle mich willkommen und aufgehoben, werde mit dem Team zum Pizzaessen oder nach Feierabend noch auf ein Getränk eingeladen und bin mit zwei Mitarbeitern und zwei Aushilfen beim Hallenfußball. Abends und am Wochenende erkunde ich das schillernde, pulsierende London. Da das Büro von EP UK sehr zentral (zu Fuß zehn Minuten zur Tower Bridge) und ganz in der Nähe vom In-Viertel Shoreditch liegt, gibt es für mich schon in nächster Nähe unglaublich viel zu entdecken.

Nach siebzehn Tagen bin ich fast ein wenig traurig, dass ich mich schon verabschieden muss und fliege mit unglaublich vielen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck zurück nach München. Ich danke Eric Bohms, Matt Eeles und dem restlichen Team von EP UK für eine tolle Zeit und hoffe auf ein Wiedersehen!

Kommentar hinterlassen

  • (will not be published)

Sie können folgende XHTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>