Fahrgemeinschaft gesucht? Die TUMitfahrer App

Als wir im Sommer 2011 zum Auswahlseminar der „TUM: Junge Akademie“ nach Iffeldorf aufbrachen, ahnten wir noch nicht, worauf wir uns einließen. Weder hatten wir jemals von der Limnologischen Station der TU München in Iffeldorf nahe den Osterseen gehört, noch wussten wir, welche anderen Studentinnen und Studenten den Weg dorthin angetreten hatten. Wir wussten lediglich, dass wir Ideen für ein Projekt mitbringen sollten, das wir im Falle einer Aufnahme in die Junge Akademie innerhalb eines Jahres in interdisziplinären Teams umsetzten würden.


Heute, mehr als zwei Jahre später, sind wir überzeugt, dass sich der zweitägige Aufenthalt in Iffeldorf gelohnt hat. Während des Seminars wurde die Idee der „TUMitfahrer-App“ geboren und es fand sich ein schlagkräftiges Team für die Umsetzung des Projektes, bestehend aus sieben Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen und unserem Mentor Martin Rothbucher vom Lehrstuhl für Datenverarbeitung. Die App für Android und iOS soll Mitfahrgelegenheiten zwischen Standorten der TU München vermitteln, um die Mobilitätssituation von Studierenden zu verbessern, die Vorlesungen an verschiedenen Standorten hören.

Doch der Weg von der Idee bis zur Umsetzung war weiter als gedacht. Nach einer euphorischen Startphase und ersten Fortschritten im Bereich der Server-Architektur wurde klar, dass die Android-App und iOS-App komplett getrennt voneinander entwickelt werden müssen. Dazu mussten die Teammitglieder zunächst ihre Programmierkenntnisse in der jeweiligen Entwicklungsumgebung vertiefen und gemeinsam Schnittstellen entwickeln. Als die ersten Prototypen der Apps fertig waren und wir uns auf unsere parallel laufenden Bachelorarbeiten konzentrieren wollten, kam unerwartet erhebliche Mehrarbeit auf uns zu. Ein Kollege unseres Mentors hatte unsere Test-Accounts inklusive Passwörter ausgelesen und wir mussten die komplette Sicherheitsarchitektur auf neue Beine stellen. Als auch das geschafft war, stand dem Start der App nichts mehr im Wege. Begleitet von Werbeaktionen wie Plakaten, einem Flyer und einem Imagefilm wurde die „TUMitfahrer App“ im April 2013 für einen Feldversuch bis Oktober 2013 veröffentlicht. Seitdem haben über 1000 Nutzer die App installiert, mehr als 6300 Suchanfragen wurden eingegeben und ganze 220 Fahrten angeboten.

Das Team der TUMitfahrer App mit Prof. Regine Keller, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der TUM (Foto: Andreas Heddergott)

Das Team der TUMitfahrer App mit Prof. Regine Keller, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der TUM (Foto: Andreas Heddergott)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Feldversuch zeigt, dass die Studierenden großes Interesse an Mitfahrgelegenheiten haben. Gleichzeitig sind leider relativ wenige von sich aus bereit, unbekannten Kommilitonen eine Mitfahrt anzubieten. Das häufigste Feedback der Nutzer war, dass vor allem auch Fahrten vom Wohnort zur TU München gesucht werden. Dies wird derzeit nicht von der App abgedeckt.

Darüber hinaus erreichten uns viele positive Zuschriften von Studierenden und Mitarbeitern der TUM, aber auch von anderen Universitäten wie z.B. der Universität Bahia in Brasilien. Der Feldversuch der „TUMitfahrer-App“ ist bis Ende Oktober 2013 begrenzt, da wir uns dann der Endphase unseres Studiums widmen und die Betreuung der App nicht mehr gewährleisten können. Deshalb suchen wir derzeit nach Möglichkeiten, die App in einem anderen Rahmen fortzuführen, um neue Funktionalitäten anbieten zu können und mehr Fahrer zu motivieren, Fahrten anzubieten.

Die „TUM: Junge Akademie“ unterstützte uns während der gesamten Projektdauer. Ein Projektmanagement-Seminar erleichterte die Planung des Teamprojektes und auch die Vermittlung eines Mentors trug wesentlich zum Gelingen des Projekts bei. Regelmäßige Treffen mit den anderen Projektgruppen ermöglichten den Austausch von Ideen und Tipps. Darüber hinaus standen finanzielle Mittel zur Verfügung, um beispielsweise die Server oder Werbemaßnahmen zu finanzieren. Damit bietet die „TUM: Junge Akademie“ eine sehr gute Plattform, um herausfordernde Projekte gemeinsam mit anderen motivierten Studierenden durchzuführen. Der Zeitaufwand, der zusätzlich zum regulären Studium aufgebracht werden muss, wird mehr als aufgewogen durch die spannenden Erfahrungen, die die Projekte mit sich bringen und die Kontakte zu Studierenden anderer Fachrichtungen.

Das Auswahlseminar unseres Nachfolgejahrgangs fand nicht mehr in der Limnologischen Station in Iffeldorf statt, sondern in Institute for Advanced Studies in Garching – damit war es auch über die TUMifahrer App erreichbar. Und wer will schon nach Iffeldorf?

Maximilian Schreieck und Matthias Lehner

Die MitfahrApp im Web: www.tumitfahrer-app.de/

Das Team der TUMitfahrer App mit ihrem Tutor Martin Rothbucher vom Lehrstuhl für Datenverarbeitung (Foto: TUM)

Das Team der TUMitfahrer App mit ihrem Tutor Martin Rothbucher vom Lehrstuhl für Datenverarbeitung (Foto: TUM)

Werbeplakat für TUMitfahrer (Grafik: TUM, Junge Akademie)

Werbeplakat für TUMitfahrer (Grafik: TUM, Junge Akademie)

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