Inverted Classroom – Das Klassenzimmer der Zukunft?

Das Konzept des Inverted Classroom (ICM), also des „umgedrehten Klassenzimmers“ wird immer beliebter – zumindest wird es immer häufiger zum Thema von Tagungen, Artikeln und Blogbeiträgen. Aber um was geht es dabei eigentlich und was haben Studierende und Lehrende davon?


Das Konzept des umgedrehten Unterrichts („Inverted Classroom“) stellt gängige Unterrichtsmethoden auf den Kopf. (Foto: Heddergott)

Das Konzept des umgedrehten Unterrichts („Inverted Classroom“) stellt gängige Unterrichtsmethoden auf den Kopf. (Foto: Heddergott)

Beim „umgedrehten Klassenzimmer“ handelt es sich nun weder um eine Neuauflage der Lehrer- und Paukerfilme mit Hansi Kraus, noch beziehen sich die Begriffe inverted oder flipped auf das Lernen durch Lehren (oder peer teaching) und somit auf eine Abkehr vom Frontalunterricht. Nein, im Inverted Classroom wird lediglich das Selbststudium umgekehrt –  indem die Nachbereitung zur Vorbereitung wird. Sprich: die Studierenden bereiten sich intensiv auf die kommende Sitzung vor, wodurch die Veranstaltungen zur Vertiefung und zur Festigung des Lehrstoffes genutzt werden können – also zum Üben, das ansonsten klassischerweise zu Hause erfolgt.
So weit, so banal – entspricht dies doch genau dem, was all meine Profs, Dozierenden, Lehrerinnen und Lehrer und auch meine Eltern stets als Ideal meiner Tagesgestaltung angesehen hatten. Der Inverted Classroom aber ist vielmehr ein mediendidaktisches Modell: Zur Vorbereitung des Stoffes werden idealerweise Lehr und Lernvideos eingesetzt, die von den Dozierenden gestaltet werden. Der Medieneinsatz in der Präsenzlehre umfasst dementsprechend so genannte Active Boards, also interaktive Tafeln, Simulationen oder computergestützte Fallstudien. Durch den sinnvollen Einsatz der verschiedenen Medien kann so ein echter Mehrwert erzeugt werden.

Vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern wird das Modell mittlerweile häufig eingesetzt. Gegenüber der reinen Vorlesungsaufzeichnung hat es viele Vorteile: So ist es mit Sicherheit kein Ersatz, sondern eine notwendige Ergänzung der Veranstaltungen. Die Lehrvideos sind leicht zu produzieren und die gängigen Ressentiments können dadurch entkräftet werden, dass die Lehrenden strukturiert und ohne Unterbrechungen vorgehen und die Aufzeichnung im Büro oder zu Hause so oft wiederholen können, bis sie ihren Vorstellungen entspricht. Die Studierenden können den reinen Lernstoff jederzeit abrufen, in der Präsenzlehre viel konkretere Verständnisfragen stellen und gemeinsam mit Kommilitonen und Lehrenden an der Verfestigung des Stoffes arbeiten – ganz so wie es mir meine Eltern schon immer geraten haben.

Wer gerne mehr über das Konzept des umgedrehten Unterrichts erfahren möchte, kann hier weiterlesen: http://invertedclassroom.wordpress.com/

Und hier gibt es einen Videobeitrag des eLearning-Teams der Philipps-Universität Marburg:

1 Kommentar zu “Inverted Classroom – Das Klassenzimmer der Zukunft?”

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