„Nachgefragt“ bei Emil Wörgötter

Was war Ihr einprägsamstes Erlebnis bei einer Lehrveranstaltung? Was ist die größte Herausforderung? Und was möchten Sie Lehrenden bzw. Studierenden gerne mit auf den Weg geben? Bei „Nachgefragt“ haben Lehrende und Studierende die Möglichkeit fünf Fragen rund um die Lehre zu antworten. Diesmal mit dem Studenten Emil Wörgötter.


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Was war Ihr einprägsamstes Erlebnis bei einer Lehrveranstaltung?

Erst dieses Semester habe ich an einem Workshop teilgenommen, in dem als Prüfungsleistung kurze Vorträge gehalten werden mussten. Der Dozent hat es dabei geschafft, für eine Atmosphäre zu sorgen, in der – so mein Gefühl – keiner mehr Angst hatte, etwas Falsches zu sagen und alle völlig offen und kreativ Ideen einbringen konnten. Während des gesamten Workshops habe ich keinen Moment daran gedacht, dass das, was getan wird, auch in Form einer Note bewertet wird. Das hat mir gezeigt was das Ziel sein sollte: Atmosphären schaffen, in denen die Bewertung nicht zum Zweck, sondern zur positiven Folge wird.

Was macht für Sie gute Lehre aus?

Ein Punkt, der für mich gute Lehre ausmacht, ist das Einbringen eigener Erfahrungen, Erlebnisse und Tipps der Lehrenden und der teils daraus entstehende Diskurs mit den Studierenden. (Vor)lesen kann man auch selbst, die „Stories“ um die Thematik herum sind zu Hause vor dem Schreibtisch aber nur schwer erlebbar und dafür geht man gerne in die Uni. Es muss den Lehrenden aber auch die Chance zur guten Lehre gegeben werden. Dazu tragen zum Beispiel kleine Gruppen mit Seminarcharakter bei.

Was war Ihre bislang größte Herausforderung im Studium?

Die größte Herausforderung war und ist für mich persönlich, Job, Studium und Privates unter einen Hut zu bringen, ohne an entscheidenden Stellen Abstriche machen zu müssen. Mir war es immer schon wichtig, neben dem Studium die Inhalte auch praktisch anzuwenden und dadurch – positive Folge – finanzielle Freiheiten zu haben. Auf der anderen Seite will ich auch in mein Studium Energie und Zeit stecken und am Ende trotzdem noch Freizeit und die Freiheit haben einfach mal nichts zu tun. Besonders wenn all diese Dinge Spaß machen, ist es oft schwierig zu entscheiden, wo man nein sagt.

Was haben Sie im Studium gelernt, was nicht in den Lehrbüchern zu finden ist?

Den deutlichsten Unterschied zum Lehrbuch macht, denke ich die Gemeinschaft, also die Tatsache, dass man eben nicht alleine studiert. Das ist auch ein Punkt, den ich speziell an meinem Studiengang (Ergonomie – Human Factors Engineering) sehr schätze: Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen lernen voneinander und sich kennen. Das kann kein Buch ersetzen.

Was würden Sie Lehrenden gerne mit auf den Weg geben?

Studierende spüren, mit wie viel Begeisterung für das Fach Lehrende in die Veranstaltung gehen. Ich würde mir wünschen, dass sich Lehrende öfter die Frage stellen: Habe ich selbst Spaß an dem, was ich beibringe?

1 Kommentar zu “„Nachgefragt“ bei Emil Wörgötter”

  1. Kevin

    Ich finde solche Interviews von Seiten der Universität sehr schlau, weil die Meinungen eines Studenten viel glaubwürdiger sind als irgendwelche Versprechen in Prospekten. Wenn ich noch einmal studieren sollte, würde mich die Praxisnähe sehr überzeugen. Bitte mehr solcher Interviews!

    Antworten

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