Stress im Studium – Wann ist es zu viel? Wo finde ich Hilfe?

Den klassischen Studienalltag stellen sich viele Abiturienten so vor: Es wird viel gefeiert, man kann ausschlafen, man jobbt im Café nebenan und natürlich studiert man noch ein bisschen. Die Realität sieht tatsächlich oftmals anders aus, und viele Studierende haben mit Stress im Studium zu kämpfen.

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Zu viel Stress im Studium muss nicht sein! (Foto: www.pexels.com)

 

Einer Umfrage (2015) der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge steht jeder zweite Student in Deutschland extrem unter Druck. Rund die Hälfte aller Studierenden leidet unter stressbedingter Erschöpfung, zunehmend sogar unter psychischen Problemen. Auch steigt die Zahl derjeniger, die Hilfe bei psychologischen Beratungsstellen suchen: Laut einer Studie des Deutschen Studentenwerks nahm die Nachfrage hier in den Jahren 2010 bis 2015 um rund 25 Prozent zu (Ustorf, 2015).

Welche Gründe sind dafür verantwortlich? Welche Ursachen gibt es?

Einer der größten Schwierigkeiten und zugleich Hauptursache für Stress und Überforderung im Studium können sein, Nebenjob, Studium und Privates optimal unter einen Hut zu bringen, ohne dabei an entscheidenden Stellen Abstriche zu machen.

Im Hinblick auf das Studium sind vor allem der große Stoffumfang, die unausgeglichenen Anforderungen der Veranstaltungen im Verlauf des Semesters und das Anforderungsniveau in den Veranstaltungen sehr belastend für die Studierenden (Herbst, Voeth, Eidhoff, Müller, & Stief). Und letztlich ruft am Ende jedes Semesters noch die eigentliche Klausuren-Phase. Prüfungsdruck, Zukunftsängste und seinen eigenen Erwartungen gerecht werden – dabei einen kühlen Kopf zu bewahren, fällt vielen Studierenden schwer. Zu all dem gibt es dann noch den Nebenjob, der für einen großen Teil unabdingbar ist, um eine gewisse finanzielle Freiheit zu haben. Weiterhin sind da ja noch andere Aktivitäten, wie der Sportverein, das Musikinstrument, die Fotografie, usw. Man merkt schnell, die zeitliche Vereinbarkeit und andere Aktivitäten stellen in der Organisation des studentischen Lebens eine große Herausforderung dar.

Stress ist ein individuelles Phänomen und bedeutet für jeden etwas anderes. Nicht nur das einzelne Ereignis an sich löst den Stress aus, sondern eben auch die Art und Weise, wie Menschen die Situation wahrnehmen und damit umgehen. Häufig entsteht Stress, weil man zu hohe Ansprüche an sich selbst hat oder Ziele und Aufgaben nicht realistisch genug einschätzt (Tim, 2018).

Das Problem an dem Ganzen: Der „einfache“ Stress kann schnell zu einer chronischen Erschöpfung („Burn-out“) bzw. sogar in einer Depression enden. Eigentlich Begriffe, die man meist nur mit Top-Managern in Verbindung bringt. Leider trifft es in der Realität auch immer mehr Studierende.

Wie erkenne ich, ob der Stress schon „zu viel“ ist?

Allgemein reagiert jeder Mensch in Stresssituationen anders. Viele fühlen sich energielos und überfordert, andere sind gereizt und aggressiv. Die körperlichen und psychischen Symptome sind allerdings meist ähnlich (www.studieren-im-netz.org):

  • Innerliche Unruhe und Konzentrationsstörungen
  • Kopf- oder Rückenschmerzen
  • Veränderung des Appetits
  • Anfälligkeit für Erkältungen
  • Gefühl der Niedergeschlagenheit

Um selbst gegen Stress vorgehen zu können, muss man erstmal eine Stress-Situation erkennen. Dafür sollte man auf die immer wiederkehrenden Anzeichen achten. Missachtet man die Anzeichen oder setzt sich nicht mit seiner Situation auseinander, kann der oben genannte chronische Stress entstehen, was wiederum in ganz schlimmen Fällen zu Depressionen oder zum Burn-out führen kann. Spätestens an diesem Punkt sollte man nicht damit zögern, sich ärztlichen oder psychologischen Rat einzuholen.

Tipps zur Unterstützung: Wie kann ich übermäßigen Stress vorbeugen?

Das richtige Zeitmanagement

Ein richtiges Zeitmanagement ist sinnvoll. Wichtig ist dabei eine gute Selbsteinschätzung. Es bringt nichts, außer noch mehr Stress, wenn man sich mehr aufbürdet, als zu bewältigen ist. Man erstellt sich am besten regelmäßig einen Zeitplan. Dort werden alle Aufgaben aufgeführt, die erledigt werden müssen, vorzugsweise nach Prioritäten sortiert. Man sollte sich nicht alles bis zum Ende des Semesters aufschieben, da sonst Stress vorprogrammiert ist.

An den eigenen Erwartungen arbeiten

Oft sind unsere eigenen Erwartungen einfach viel zu hoch angesetzt. Wer also schon von vorneherein von sich erwartet, jede Klausur perfekt zu meistern und gleichzeitig sonstige Aktivitäten nicht zu vernachlässigen, setzt sich damit selbst einem verstärkten Stress aus. Wer erwartungsgemäß eher weniger perfekte Klausuren abliefert, der sollte darüber nachdenken, seine Ansprüche realistischer anzusetzen. Das führt zu weniger Enttäuschungen und somit weniger Fehlschlägen. Fast-perfekt ist auch schon gut! (www.studieren-im-netz.org)

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In der Ruhe liegt die Kraft (Foto: www.pexels.com)

 

Pausen einlegen

Wenn der Stress im Studium zu viel ist, sollte man bewusst Pausen einlegen – auch in Prüfungsphasen. Sich eine Auszeit zu nehmen ist völlig in Ordnung. Am besten mit einer Jogging-Runde, der Lieblingsserie oder einfach mit gar nichts tun. Auch schon kurze Pausen können schon einiges zur Entspannung beitragen. Niemand kann rund um die Uhr lernen. Anschließend kann man wieder mit neuer Energie durchstarten (www.stressbehandlung.indo).

Wo finde ich professionelle Hilfe?

Falls einem der Stress über den Kopf wächst und all die Tipps nichts mehr nützen, dann darf man sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt viele unterschiedliche Beratungsangebote in München und Deutschland, die ganz individuell weiterhelfen können. Jeder sollte für sich entscheiden, was für ihn oder sie das Beste ist.

In München gibt es zum einen die allgemeine

Psychotherapeutische und Psychosoziale Beratung des Studentenwerks München.

Anmeldezeiten für telefonische oder persönliche Anmeldung:

Mo bis Fr 9.00-12.00 Uhr

E-Mail: psycho-beratung@stwm.de

Tel.: +49 89 357135-40

www.studentenwerk-muenchen.de/beratungsnetzwerk/psychotherapeutische-und-psychosoziale-beratung

Ebenso befinden sich Beratungsstellen des Studentenwerks in Freising und in Rosenheim.

Und zum anderen gibt es die Nightline München.

Die Nightline München ist ein anonymes Zuhörtelefon von Studierenden, die ihren Kommilitonen mit einem offenen Ohr zur Seite stehen, wenn sonst niemand da ist.

Nightline

Dienstags und donnerstags

von 21:00 bis 00:30

unter 089 3571 3571.

www.nightlinemuenchen.wordpress.com

Weiterhin bietet die Katholische Hochschulgemeine (KHG) Psychologische Beratung und Einzelcoaching für Studierende an.

Dr. phil. Dipl.-Psych. Maria Miller

Termine nur nach Vereinbarung

Tel. 089 – 38103-149

Email: mamiller@eomuc.de

www.erzbistum-muenchen.de/hochschulpastoral-psychologischeberatung

 

 

Quellen

A., o. (abgerufen am 19.06.2018). www.studieren-im-netz.org. Von https://www.studieren-im-netz.org/im-studium/studieren/stressbewaeltigung

Herbst, U., Voeth, M., Eidhoff, A. T., Müller, M., & Stief, S. (o. A.). Studierendenstress in Deutschland – eine empirische Untersuchung. Berlin: AOK-Bundesverband.

o.A. (Juni 2018). www.stressbehandlung.info. Von https://stressbehandlung.info/tipps-gegen-stress-im-studium/

Tim. (Juni 2018). www.studienscheiss.de. Von https://www.studienscheiss.de/stress-im-studium/

Ustorf, A.-E. (2015). Studenten leiden unter Stress. Süddeutsche.

 

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