Vom MOOC zum Master: Wie ein Online-Kurs Brücken schlägt

Über MOOCs können Lehrende Talente auf internationaler Ebene erreichen und für die eigene Forschung und Lehre begeistern. Wie Online-Kurse Brücken schlagen können, zeigt sich besonders deutlich am Beispiel individueller Lebensgeschichten: Für Taiwo Yusuff, einem TUM Studenten aus Nigeria, begann mit einem MOOC ein ganz neuer Lebensabschnitt.


Am 30. Mai 2017 startet mit dem Online-Kurs „Software Engineering Essentials“ (auf edX) die neue MOOC-Reihe der TUM „MOOCsforMasters“. Diese Initiative ermöglicht Interessierten, sich mit Online-Kursen gezielt auf ein Masterstudium an der TUM vorzubereiten. Die Kurse vermitteln essentielle Grundlagen und bieten die Möglichkeit, das erwartete Leistungsniveau für ein Masterstudium an der TUM kennen zu lernen. Mit diesen Brückenkursen will unsere Universität nicht nur die eigenen Studierenden, sondern auch internationale Bewerberinnen und Bewerber ansprechen. Seit der ersten MOOCs-Initiative im Jahr 2013, konnte die TUM mit fünf unterschiedlichen MOOCs weltweit schon über 145.000 Lernende verzeichnen.

Das enorme Potential

Über MOOCs können Lehrende Talente auf internationaler Ebene erreichen und für die eigene Forschung und Lehre begeistern. Gleichzeitig können Lernende aus dem großen Fundus der TUM schöpfen und vom wissenschaftlichen und didaktischen Know-how profitieren. MOOCs verfolgen das Ideal der freien Zugänglichkeit zur Bildung: Ein klassischer MOOC ist kostenlos, die Teilnahme ist freiwillig und es gibt – bis auf einen Internetzugang – keine Voraussetzungen für die Lernenden.

Durch einen MOOC zum Studium ermutigt

Taiwo Yusuff im Interview mit dem Medienzentrum (Quelle: Medienzentrum)

Taiwo Yusuff im Interview mit dem Medienzentrum (Quelle: Medienzentrum)

Die große Reichweite und Schlagkraft von MOOCs zeigt sich besonders deutlich am Beispiel individueller Lebensgeschichten: Der nigerianische Student, Taiwo Yusuff, studiert im zweiten Semester den Studiengang „Master in Management“ an der TUM School of Management. In einem Videointerview mit dem Medienzentrum erzählt Taiwo, dass er seinen Bachelor in Nigeria absolvierte, wo er nach dem Abschluss eine kleine IT-Consulting Firma gründete. Bis vor wenigen Jahren lag für Taiwo der Gedanke, für das Masterstudium nach Europa zu kommen, noch in weiter Ferne. Das änderte sich, als Taiwo 2015 beschloss, sich zur fachlichen Weiterbildung in den TUM-MOOC „Quality Engineering and Management “ (auf edX), dem Vorgängerkurs der heutigen Reihe „Six Sigma and Lean: Quantitative Tools for Quality and Productivity“, von Prof. Martin Grunow und Dr. Holly Ott einzuschreiben. Die Teilnahme an dem MOOC bot ihm Einblicke in ein für ihn komplett neues Bildungssystem und ermutigte Taiwo zu dem Schritt, sich um einen Studienplatz an der TUM zu bewerben:

„Studying in Nigeria is not like studying in any other place in Europe or in America – it’s like we are living in two worlds apart [….] Coming to Europe for me just was totally different, was an eye opener- and getting in touch with the MOOC was the beginning of the experience for me“.

Chancen für Lehrende

Auch für Lehrende birgt die Realisierung eines MOOCs in vielerlei Hinsicht Chancen. Durch die Online-Kurse können Lehrende sowohl ihr Engagement als auch ihre fachliche und didaktische Kompetenz weltweit sichtbar machen und damit einen großen Reputationsgewinn erzielen. Darüber hinaus wird die grundständige Lehre bereichert, denn die aufwändig produzierten, hochwertigen Lehrmaterialien, die bei MOOCs üblich sind, können für Seminare und Vorlesungen wiederverwertet werden.

Dozentinnen und Dozenten können bei der Realisierung eines MOOC-Projekts auf die Unterstützung des Medienzentrums setzen – das Leistungsspektrum reicht von der didaktischen Beratung bis hin zur operativen Umsetzung in der Medienproduktion und Koordination. Für Fragen rund um das Thema MOOCs steht Ihnen Christina Fedaie zur Verfügung: mooc@tum.de.

Zur Übersicht von MOOCs an der TUM

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