Wer war eigentlich… Konrad Emil Bloch?

Für viele Menschen ist der Begriff „Cholesterin“ nicht gerade positiv behaftet und wird mit einer schlechten Lebensweise assoziiert. Doch Cholesterin ist eine lebenswichtige Substanz, die als Baugrundlage der Zellmembranen und als Ausgangspunkt von Hormonen dient. Ein zu viel des „schlechten“ Cholesterins kann jedoch dazu führen, dass sich dieses an den Gefäßwänden absetzt (Arterienverkalkung) und somit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Konrad Emil Bloch ist es zu verdanken, dass es mittlerweile sehr gute cholesterinsenkende Medikamente gibt. Seine bahnbrechenden Ergebnisse ließen sich dazu verwenden, um die Therapie von Kreislauferkrankungen erheblich zu verbessern.

Nobelpreisträger Konrad Emil Bloch

Nobelpreisträger Konrad Emil Bloch (Foto: Harvard University)

 

Berufliche Laufbahn

Konrad Bloch wurde am 21. Januar 1912 in Neisse (Oberschlesien) in ein wohlhabendes jüdisches Elternhaus geboren. Seine Eltern waren Fritz und Hedwig Bloch. Nach dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife am Gymnasium in Neisse ging er 1930 nach München, um an der Technischen Hochschule Chemieingenieurwesen für das Berg- und Hüttenfach zu studieren. Allerdings war er von den Vorlesungen des Nobelpreisträgers Hans Fischer so begeistert, dass er schließlich zu Chemie wechselte. Im Anschluss an sein Chemiestudium, welches er sehr gut abschloss, bewarb er sich bei Hans Fischer auf eine Promotionsstelle.

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft geriet Konrad Bloch immer mehr unter Verfolgungsdruck und beschloss 1935 eine Assistentenstelle am Schweizerischen Höhenforschungsinstitut Davos anzunehmen, um dem Nationalsozialismus zu entkommen. In der Schweiz kam Bloch mit der Biochemie in Berührung, die nun sein Augenmerk gewonnen hatte.

Ein Jahr später wanderte er in die USA aus und erhielt die amerikanische Staatsbürgerschaft. Durch ein Empfehlungsschreiben von Hans Fischer mit den bloßen Worten: „Herr Bloch ist gut“, wurde ihm seine akademische Karriere in den USA ermöglicht. Zudem wurde er Stipendiat der Wallerstein-Stiftung. Unter seinem Doktorvater Hans T. Clarke promovierte er schließlich im Jahr 1938 am College of Physicians and Surgeons der Columbia University, an der er bis 1946 als Forschungsprofessor tätig war. Ab dem Jahr 1954 wurde er der erste Inhaber eines Lehrstuhls für Biochemie an der Harvard University in Cambridge.

Wissenschaftliche Arbeit und Nobelpreis

Die chemische Struktur des Cholesterins ist bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt. Ab den 1950er Jahren stand ebenso die Vermutung im Raum, dass es wohl einen Zusammenhang zwischen Cholesterinwerten und Arterienverkalkung gibt. Doch über dessen Entstehung und Wechselwirkung war noch einiges unbekannt. Die Forschung von Konrad Bloch gab nun endlich Aufklärung: Ihm ist es mit seiner Forschung gelungen, den Vorgang der Regulierung des Cholesterin- und Fettsäure-Stoffwechsels zu identifizieren. Der menschliche Körper wandelt demnach aktivierte Essigsäure zu Cholesterin um. Diese Erkenntnis ließ sich dazu nutzen, um die Therapie von Kreislauferkrankungen und die Herstellung von cholesterinsenkenden Medikamenten zu verbessern. Unabhängig von Bloch, kam der Münchner Feodor Lynen innerhalb seiner Forschung zu denselben Ergebnissen. Beide erhielten für ihre Arbeit im Jahr 1964 den Nobelpreis für Physiologie.

Nobelpreisträger der Physiologie, Konrad Emil Bloch (rechts)

Konrad Bloch (rechts) bei der Nobelpreisverleihung im Jahr 1964 (Foto: willisch.eu)

 

Persönliches

Noch in München hatte Konrad Bloch in jungen Jahren die damalige Lore Teutsch kennengelernt, die ebenfalls aus einer jüdischen Familie stammte. Lore Teutsch studierte an der LMU und emigrierte 1933 nach New York. Einige Jahre später erfolgte dann die Heirat der beiden. Aus der Ehe gingen der Sohn Peter und die Tochter Susan hervor. Tatkräftig halfen Konrad und Lore Bloch anderen Emigranten aus Deutschland, in die USA überzusiedeln und dort Fuß zu fassen. Konrad Bloch verstarb am 15.10.2000 in Burlington, Massachusetts.

 

Quellen

Chemie, F. (o.A.). www.150.alumni.tum.de. Von http://www.150.alumni.tum.de/biografie/konrad-bloch/

Grunewald, H. (23. 10 1964). www.zeit.de. Von https://www.zeit.de/1964/43/wie-entsteht-cholesterin

Parhofer, K. (11. 02 2014). www.focus.de. Von https://www.focus.de/gesundheit/experten/parhofer/schlecht-gut-unbekannt-was-man-ueber-cholesterin-wissen-sollte_id_3596338.html

 

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