Evaluation der digitalen Lehre im Sommersemester 2020

Mit dem Start der Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 wurde das Studium an der TUM auf digitale Lehrangebote umgestellt, damit die Studierenden auch unter den besonderen Bedingungen und Einschränkungen durch die CoViD-19-Pandemie ein weitgehend reguläres Semester absolvieren können. Viele neue didaktische Methoden, Hilfsinstrumente und elektronische Tools kommen dabei zum Einsatz. Mit diesen neuen digitalen Lehrformaten hat sich das Lehren und Lernen im Vergleich zum gewohnten Präsenzstudium deutlich verändert. Dies bringt neue Möglichkeiten und Herausforderungen mit sich.

Die Lehre findet im Sommersemester 2020 digital statt.
Bild: Unsplash

Die Umstellung auf digitale Lehre im Sommersemester 2020 erfordert auch eine besondere Evaluation dieser neuen Formate.

Das Evaluationsverfahren ist Teil des Qualitätsmanagementsystems der TUM. Die regelmäßige Evaluation hat zur Aufgabe, den Lehrenden, den Fakultäten und verschiedenen Gremien – Vorstand Lehre, Parlament Lehre, Hochschulpräsidium – Informationen zur Steuerung der Prozesse in Studium und Lehre zu liefern. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen dazu, die Qualität von Studium und Lehre an der TUM stetig zu verbessern, und beispielsweise das Konzept von Lehrveranstaltungen weiterzuentwickeln, das Curriculum eines Studiengangs zu überarbeiten oder TUM-weit einheitliche Regelungen abzustimmen.

In der aktuellen Situation geht es vor allem um die Bereitstellung von Steuerungsinformationen, um die Umstellung auf digitale Lehre optimal zu unterstützen. Hierfür wurden die Prozesse der Evaluation auf die besondere Situation angepasst.

Von einem „business as usual“ beim Evaluationsverfahren ist in diesem Sommersemester nur wenig Nutzen zu erwarten. Nicht nur, dass die regulären Evaluationsinstrumente auf Präsenzlehre hin konzipiert sind. Ihr Einsatz ist auch zu Zeitpunkten im Semester vorgesehen, der auf den Standardbetrieb ausgerichtet ist (zum Beispiel ist die studentische Lehrveranstaltungsbewertung nach rund zwei Dritteln der Veranstaltungstermine vorgesehen). Hierbei ist die stetige Verbesserung von Semester zu Semester das Ziel. Um die Umstellung auf digitale Lehre noch innerhalb des Sommersemesters optimieren zu können, kommen diese Steuerungsinformationen allerdings zu spät.

Die Pflicht zum Einsatz der regulären Evaluationsinstrumente ist daher im Sommersemester 2020 ausgesetzt und den Fakultäten wird empfohlen, keine Standardprozesse mit den Standardfragebögen umzusetzen.

Die Evaluation soll in diesem Semester in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt werden – als formative Evaluation in der ersten Hälfte des Sommersemesters und als summative Evaluation im Anschluss an das Sommersemester.

Zielsetzung der formativen Evaluation ist es, die Umsetzung digitaler Lehre bereits in der ersten Hälfte des Semesters zu unterstützen. Schnelles Feedback der Lehrenden und Studierenden zu den Erfahrungen in den ersten Wochen des Semesters soll es ermöglichen, von den Erkenntnissen wechselseitig zu profitieren und gemeinsam zu lernen.

Daher wurde ein erstes qualitatives Feedback bereits zwei Wochen nach Semesterstart bei Lehrenden und Studierenden aus den verschiedenen Fakultäten zusammengetragen und von den zuständigen Gremien ausgewertet.

Erstes Feedback zur digitalen Lehre

Aus diesem ersten Feedback lassen sich erste Erkenntnisse zu den Erfahrungen mit digitalen Formaten ableiten:

Studierende wüschen sich eine zentrale Anlaufstelle und Kommunikationsplattform (Moodle), um auf Inhalte und Materialien der Kurse zugreifen zu können. Eine Übersicht mit Informationen zum Zeitplan und zu Richtlinien des Kurses erleichtert die Orientierung und Selbstorganisation für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Videoaufzeichnungen in kleineren Einheiten (anstelle eines 90-minütigen Videos) werden von den Studierenden sehr positiv bewertet. Aufzeichnungen bieten zum einen den Vorteil, dass Inhalte zeitlich unabhängig zur Verfügung stehen. Außerdem können Studierende einzelne Videos mehrmals ansehen, was ein besseres Verständnis der Inhalte unterstützt sowie unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten berücksichtigt. Empfehlenswert ist es, die Videos mit einem Inhaltsverzeichnis und Unterkapiteln so zu gliedern, dass Studierende einzelne Abschnitte direkt ansteuern können. Als Tools für die Videoerstellung haben sich insbesondere Panopto und Camtasia als praktikabel erwiesen.

Insgesamt ist die Interaktion und Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden in Zeiten digitaler Lehre eine besondere Herausforderung. Um eine Kommunikation mit den Studierenden zu ermöglichen, kann auf interaktive Elemente zurückgegriffen werden: Diskussionsforen, Q&A Sessions, oder eine Live-Sprechstunde werden von den Studierenden geschätzt. Bei der Durchführung von Live-Veranstaltungen helfen regelmäßige Fragerunden bzw. ein Live-Chat, zeitnah Verständnisfragen klären zu können.

Strukturierte Befragung und summative Evaluation

An die erste Stufe schließt sich eine strukturierte Befragung an, um den TUM-weiten Umsetzungsstand zu ermitteln und um Erfahrungen zu Best Practice zu sammeln. Dazu wurden in der vierten Vorlesungswoche alle Lehrenden, die im Sommersemester digitale Lehrformate anbieten und Studierenden, die digitale Lehrformate nutzen, befragt, wo sie im Vergleich zur Präsenzlehre Vorteile und Herausforderungen neuer digitaler Formate sehen, wo sie neue Chancen und Risiken für den Studienfortschritt vermuten und wo es bereits Ideen zur Verbesserung gibt.

Mit der summativen Evaluation nach Ende des Sommersemesters soll die Weiterentwicklung digitaler Lehre an der TUM unterstützt werden. Daher stehen die Ergebnisse der Umstellung auf digitale Lehre im Vordergrund. Neben Fragen zu den eingesetzten, digitalen Lehrformaten – wie werden diese Formate im Hinblick auf die didaktische Wirkung und technische Umsetzung beurteilt? – sollen auch die Studien- und Lernbedingungen der Studierenden und die Interaktion von Studierenden und Lehrenden erhoben werden. Dazu wird eine erneute TUM-weite Befragung der Studierenden und Lehrenden stattfinden.

Auf diese Weise soll Evaluation dazu beitragen, dass an der TUM die sich unter diesen besonderen Bedingungen auch bietende Chance zur digitalen Transformation der Lehre genutzt wird.

Tipps und Unterstützung für die Online-Lehre

Unterstützung bei der Erstellung digitaler Lehr- und Lernformate bietet das Team von ProLehre – Medien und Didaktik. Auf einer speziellen Infoseite gibt es Handreichungen, Webinare und Tipps zur digitalen Lehre. Außerdem können studentische Hilfskräfte zu eScouts ausgebildet werden, um Lehrende bei der Vorbereitung und Durchführung von Online-Lehre zu unterstützen.

Bei Fragen zum Thema Evaluation wenden Sie sich bitte an das TUM Center for Study and Teaching, Team Studium und Lehre – Qualitätsmanagement.

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