Hochschule 4.0 – Interaktives Lernen in der Medizin

Digitalisierung macht vor der Hochschule nicht halt, schon gar nicht vor der Medizin. Bevor allerdings von Digitaler Gerätemedizin, Telemedizin oder künstlicher Intelligenz im OP die Rede ist, gilt es immer noch, MedizinerInnen zu professionellen ÄrztInnen, ForscherInnen und Lehrenden auszubilden. Wie diese Lehre gestaltet wird, liegt maßgeblich in den Händen des TUM Medical Education Center (TUM MEC). Denn: nur durch den fortwährenden Einsatz innovativer didaktischer Methoden gelingt eine zukunftsfähige Medizinlehre.

Die Strategie des TUM-MEC als Screencast (Quelle: TUM-MEC)

Die Zukunft der Lehre

Digitale Lehre verändert den Lehr- und Lernprozess entscheidend und gilt als progressive Antwort auf die zunehmende Flexibilisierung und Individualisierung von Lernpraxen und -umgebungen. In der Medizin heißt es immer: „Die Studierenden machen ihre Prüfungsvorbereitung doch sowieso bei AMBOSS…“ – und das hat durchaus seine Gründe. Nicht nur gefühlt nehmen Studierende aus einer im Monolog geführten Vorlesung weniger mit als aus einer Übung, in der sie selbst proaktiv Fälle lösen. Auch Studien unterstreichen dies hinlänglich. Dennoch: Technik und Digitalisierung sind kein Selbstzweck, sondern sollten didaktischen Szenarien und Lernzielen folgen. Unsere Lösung: Flipped Classroom.

Die Lehre auf den Kopf gestellt

Erfolgreich durchgeführte Pilotprojekte in der Pathologie, der Notfallmedizin und der medizinischen Informatik bestärkten unsere Überzeugung, dass gerade die Methode Flipped Classroom, basierend auf digitalen Formaten wie eLectures und Screencasts zur effizienten Faktenvermittlung, in Kombination mit interaktiven und auf die Wissensanwendung fokussierten Präsenzmodulen breit in der Lehre etabliert und langfristig als Standard gesetzt werden sollte.

Innovationen fordern und fördern

Der Komplex eLearning führt zu rechtlichen, technischen, aber auch zu didaktischen Fragestellungen und wird im Rahmen von Dozententrainings und Arbeitsgemeinschaften gemeinsam mit unseren Lehrenden bearbeitet und vorangetrieben. Ziel ist es, den reinen Wissenserwerb vorzulagern um in der Präsenz durch anwendungsorientierte Szenarien Kompetenzen und Fachwissen zu verankern. Bei uns in der Medizin ergänzen Team-based-Learnings und Case-Discussion-Rounds dieses Format, ebenso wie Online-Befragungs- und Interaktionstools. Die Lernenden werden so in den Mittelpunt der Lehre gestellt, und mit dem Fokus auf problemlösungsorientiertes und fallbasiertes Denken ausgebildet. Auch das Thema Gamification findet zunehmend Beachtung: unser Medical-Training-Center (MTC) wartet derzeit mit einem Gaming-Projekt auf, das in naher Zukunft zu einem Virtual-Reality-Programm weiterentwickelt wird.

Studierende im Mittelpunkt

Ziel der Umstellung ist eine Steigerung der Interaktivität der Lehre – auch von Präsenzlehre. Durch das aktive Miteinbeziehen der Studierenden werden diese selbst Teil des Prozesses und verbessern sowohl ihr fakten- wie ihr kompetenzbasiertes Wissen, lernen kollaborativ und im Team zu arbeiten und sich professionell auf die Praxis vorzubereiten. Dies steigert gleichsam die Attraktivität in der Lehre sowie die Motivation zu lehren und zu lernen für Dozierende und Studierende. Unsere Dozierenden profitieren überdies von direktem Feedback und lebendigen Lehrveranstaltungen.

Für das nächste Wintersemester steht die Überarbeitung einer großen Hauptvorlesung an – wie das von den Studierenden angenommen und bewertet wird, lesen Sie im Anschluss hier im Blog!

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