Kostenlose Bilder – Was muss ich zu den Nutzungs- und Lizenzrechten wissen?

Im Netz sind viele Bilder zu finden, die als frei gekennzeichnet sind. Doch was heißt „frei“ eigentlich? Nach einigen großen Abmahnprozessen ist den meisten klar, dass sie nicht einfach irgendwelche Bilder aus dem Internet verwenden dürfen. Doch was gibt es für Nutzungsrechte? Und bei welcher Lizenz ist man auf der sicheren Seite?


Statue der Justitia

Bei der Nutzung von kostenlosen Bildern sind einige Bedingungen zu beachten. (Quelle: Kaspars Grinvalds/Shutterstock.com)

 

Urheberrecht und Recht am eigenen Bild

Der Urheberschutz wahrt die Rechte eines jeden, der ein Bild zeichnet oder ein Foto macht und damit ein Urheber ist. Das gilt in Deutschland übrigens auch, wenn kein Copyright (©) angegeben ist. Sobald Personen erkennbar auf dem Bild abgebildet werden, muss zusätzlich noch das Recht am eigenen Bild gewahrt werden (§ 22 Kunsturhebergesetz). Das bedeutet, dass die abgebildeten Personen zustimmen müssen, dass sie für den genannten Zweck abgelichtet werden (Ausnahmen gibt es u.a. bei öffentlichen Versammlungen oder berühmten Persönlichkeiten).

Nutzungsrechte und Lizenzen – was ist das?

Der Urheber kann im Rahmen der Nutzungsrechte frei entscheiden, wem er wann und wie sein Bild zur Verfügung stellt. Meistens wird darin unterschieden, ob ein Bild wiederverwendet, verändert und/oder zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden darf (s. Abb. 1). Wenn man nun die Erlaubnis erhält, das Bild unter bestimmten Bedingungen zu nutzen, spricht man von einer Lizenz. Lizenzgeber und -nehmer schließen dann einen Lizenzvertrag. Damit nicht jeder einzeln mit dem Urheber über die Abtretung seiner Nutzungsrechte verhandeln muss, sind die Bedingungen bei Bildportalen pauschal angegeben.

Abb. 1: Beispiel für unterschiedliche Nutzungsrechte bei der Google-Bildsuche (Quelle: Screenshot)

Abb. 1: Beispiel für unterschiedliche Nutzungsrechte bei der Google-Bildsuche (Quelle: Screenshot)

 

Lizenzfreie Bilder

Der Begriff „lizenzfrei“ ist vom Englischen „royalty-free“ abgeleitet und kann schnell in die Irre führen. Lizenzfrei heißt in diesem Zusammenhang nämlich nicht, dass keine Gebühren gezahlt werden müssen, sondern lediglich, dass nur eine einmalige Gebühr fällig wird und das Bild danach i.d.R. uneingeschränkt verwendet werden kann. Bei kostenpflichtigen Bildportalen steht dieser Begriff im Gegensatz zu den lizenzpflichtigen Bildern, deren Gebühr sich beispielsweise nach Nutzungsdauer oder -ort richten. Bei kostenfreien Portalen bedeutet es, dass man ebenfalls einen (kostenfreien) Lizenzvertrag eingeht und sich an bestimmte Nutzungsbedingungen, die auf der Webseite veröffentlicht sind, halten muss.

Bilder unter freien Lizenzen

Bei Inhalten mit freien Lizenzen legt der Urheber selbst fest, nach welchen Bedingungen die Bilder genutzt werden dürfen. Besonders oft werden in diesem Zusammenhang die bekannten Creative Commons Lizenzen eingesetzt. Sie bieten standardisierte Lizenzbausteine, wodurch die Zuordnung der Freigabebedingungen für den Urheber erleichtert wird. Dem Nutzer erlaubt es, die Bilder ohne Rücksprache zu nutzen, solange die entsprechenden Nutzungsbedingungen berücksichtigt werden (z.B. Angabe des Urhebers, Bildportals oder Bildtitels).

Gemeinfreie Bilder

Bei Bildern, die als „gemeinfrei“ (public domain) bezeichnet werden, bestehen keine Urheberrechte. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Bei Fotos besteht in Deutschland beispielsweise nach 50 bis 70 Jahre, je nach schöpferischer Leistung, kein Urheberschutz mehr. Auch verschiedene amtliche Werke, z.B. Gesetztestexte, haben keinen Urheberschutz. Wenn nach wie vor Nutzungsrechte bestehen, können diese vom Lizenzgeber zur Nutzung ohne Bedingungen freigegeben und mit dem „Creative Commons Zero“ (CC0) gekennzeichnet werden. Um Unklarheiten vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, auch gemeinfreie Inhalte mit entsprechender CC0-Freigabe zu kennzeichnen.

Lizenzhinweis-Generator

Wer Bilder von Wikipedia bzw. Wikimedia Commons verwenden möchte, kann den Link des Bildes in das Eingabefeld des Generators einfügen und erhält anschließend die notwendigen Angaben, die gemacht werden müssen.

Unsicherheiten bleiben

Eine endgültige Sicherheit kann allerdings auch bei sorgfältiger Recherche nicht gewährleistet werden. So kann es immer passieren, dass der Lizenzgeber, z.B. das Mitglied eines Bildportals, keine Lizenzrechte besitzt, das Bild aber zum Download veröffentlicht. Oder die Personen auf dem Bild haben nicht ihre Zustimmung für die entsprechende Nutzung gegeben. Gerade beim Einsatz der Google-Bildsuche sollte man vorsichtig sein, da entsprechende nutzungsrechtliche Tool-Einstellungen nicht davor schützen, dass Bilder falsch zugeordnet sind. Im Allgemeinen sollte man, wenn keine Angaben zu den Nutzungsrechten vorhanden sind, sicherheitshalber auf die Nutzung des Bildes verzichten.

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