TUMMEC OPEN Hackathon: Die Fakultät für Medizin nahm sich #36hfürdieLehre

Herausforderungen, Gegebenheiten und Lösungspotenziale für das Studium an der Fakultät für Medizin in den Blick zu nehmen – das hatte sich zum Start des Wintersemesters 2020/21 der TUMMEC OPEN Hackathon 2020 vorgenommen. Nicht weniger als 36 Stunden dauerte das Event, bei dem Medizinstudierende, Lehrende und Fakultätsmitarbeitende die Möglichkeit hatten, aktuelle Probleme in der Lehre anzugehen und in kreativen Teamprozessen maßgeschneiderte Lösungen für unsere Fakultät zu erarbeiten.

Das Projekt, das durch den TUM Ideenwettbewerb Studienbezogene Verstärkung der Exzellenzstrategie 2020 gefördert wurde, orientierte sich an dem Anfang Mai 2020 erfolgreich durchgeführten Hackathon des Hochschulforums Digitalisierung und weiterer Projektpartner, bei dem unterschiedliche Herausforderungen eines digitalen Studiums in einem hochschulübergreifenden Problemlösungswettbewerb angegangen wurden. Unser Hackathon baute auf dieser Basis auf und nahm die konkreten Herausforderungen unseres medizinischen Studienumfeldes in den Blick. Die dort entstandenen Ideen und Lösungsansätze werden nun in einem eigens dafür eingerichteten Innovationslabor, dem TUMMEC OPEN InnovationLab, weiterverfolgt.

Indem alle Beteiligten des universitären Lebens in die Fakultätsentwicklung eingebunden werden, sollen eine stärkere Involvierung in innovative Prozesse an der Fakultät und die nachhaltige Identifikation mit den Lehr- und Lernsettings in den unterschiedlichen Kliniken und Instituten erreicht werden. Diese Ziele werden auch durch die lösungsorientierte Ausrichtung der Veranstaltung unterstützt, die von Anfang an darauf abzielte, Ideen zu entwickeln, die im InnovationLab der Fakultät konkretisiert und in der Praxis zeitnah umgesetzt werden können.

Die bearbeiteten Fragestellungen wurden großenteils von teilnehmenden Studierenden und Dozierenden vorgeschlagen und integriert, aber auch das TUM Medical Education Center stellte einige Themen zur Auswahl, die anhand der Ergebnisse der Studiengangsevaluation mit Blick auf verbesserungswürdige Lehr- und Lernsetting entwickelt worden waren. Das TUMMEC war es auch das, in Kooperation mit der Fachschaft Medizin, die organisatorische und technische (Infra-)Struktur für den TUMMEC OPEN Hackathon zur Verfügung stellte.

Gerahmt wurde das Event durch kurze Expert*inneninputs, die durchaus interdisziplinär ausgerichtet waren, und auch aus anderen TUM-Institutionen, etwa der UnternehmerTUM, kamen, sowie durch ein kulturelles und soziales Rahmenprogramm mit Platz für Improtheater, Wohnzimmerkonzerte und lebendigen Austausch.

Auch die sehr flexible Gestaltung des Events sorgte dafür, dass der Hackathon hervorragend angenommen wurde, denn so konnten auch Teilnehmer*innen ihre Ideen einbringen, die nur wenig Zeit zur Verfügung hatten. Denn gerade die Mitglieder der Fakultät für Medizin waren durch die Pandemiesituation besonders beansprucht.

Das Online-Event wurde hauptsächlich als Zoom-Konferenz abgehalten. Den Gruppen wurden zur Ausarbeitung ihrer Ideen weitere Tools, wie zum Beispiel Miro-Boards als Whiteboard- bzw. Mind-Map-Werkzeuge, zum kollaborativen Arbeiten und zur Dokumentation zur Verfügung gestellt. Für die einzelnen Tools wurden vorab umfassende Manuals bereitgestellt, die Moderator*innen der Gruppen wurden außerdem auf die Zielstellung der Veranstaltung hin umfassend gebrieft. Das gesamte Programm, inklusive aller Gruppen und relevanten Links, war in einem eigens für den Wettbewerb aufgesetzten Moodlekurs abrufbar. So konnten Teilnehmer*innen jederzeit zu Gruppen dazu stoßen und sich über Zwischenstände informieren. Für die globale Kommunikation und den Datenaustausch wurde ein Rocketchat bereitgestellt.

Ausgewählte Studierende und erfahrene Mitarbeiter*innen des TUM Medical Education Centers moderierten und betreuten die Arbeitsgruppen, deren Arbeitszeiten nach den Kapazitäten ihrer Mitglieder ausgerichtet wurden.

Unter dem Hashtag #36hfürdieLehre haben sie die folgenden Projekte erarbeitet, die in Videopitches vorgestellt und im Rahmen des Wettbewerbs von Jury (zusammengesetzt aus Studiendekan, TUMMEC-Mitarbeitenden, Dozierenden und Studierenden) und Crowd (alle Teilnehmenden) bewertet und ausgezeichnet wurden, und nun sukzessive im Lehrbetrieb umgesetzt werden:

  • medWoch: Lernen geht durch den Magen! Eines der Gewinnerprojekte, das, studentisch getrieben, auf dem sozialen Austausch zwischen einer Kleingruppe von Studierenden und Dozierenden zu einem bestimmten fachlichen Thema im informellen Rahmen aufsetzt. Als originär analoges Format planen wir die Umsetzung dieses Ansatzes erst zum Wintersemester 2021/2022.
  • MindYourHealth: Ein von der Fachschaft getriebenes Projekt, das mentale Gesundheit in den Fokus rückt und Unterstützung in schwierigen Situationen anbietet; unterstützt wird im Rahmen des Innovationlabs die Ausdifferenzierung und Verstetigung des Angebotes.
  • Mentoring: Eines der Gewinnerprojekte. Von der Fachschaft getrieben, unterstützt das Lab hier die strukturelle Etablierung eines Mentoringprogramms an der Fakultät. Derzeit entsteht ein standardisierter Moodlekurs, der die Zuordnung von Dozierenden zu Studierenden in einem Mentoren-Tandem erleichtern soll.
  • Gesundes Klima: Klimawandel in der Lehre: Ebenfalls ein stark studentisch getriebenes Projekt, bei dem das Innovationslabor die Verankerung in der klassischen Lehre unterstützt, nämlich in Form einen fakultativen zusätzlichen Moodlekurses, eines Seminars und einer Einbindung in die interdisziplinären Hauptvorlesungen.
  • Digitaler Campus: Das Gewinnerprojekt des Crowd-Votings. Hier geht es um die Umsetzung einer übersichtlichen Moodle-Struktur für die Kurse der Fakultät, zugeordnet zum Stundenplan, inklusive Templates für Dozierende zur einheitlichen Gestaltung und zur Vereinfachung der Erstellung von digitalen Kursen. Das Lab unterstützt bei Entwicklung und Abstimmung mit TUM ProLehre – Medien und Didaktik.
  • Find IT! Das Gewinnerprojekt der Jury. Während des virtuellen und hybriden Semesters wurde deutlich, dass nicht alle Informationen, die das TUMMEC Lehrenden mithilfe des medizinspezifischen Campusmanagementsystems mediTUM zur Verfügung stellt, ausreichend auffindbar sind. Gruppe und Lab arbeiten deshalb derzeit an einer Verbesserung dieser Situation, aller Voraussicht nach wird zu diesem Zweck ein Wiki für die Lehre aufgesetzt, welches nicht nur eine bessere Suche nach Inhalten ermöglichen, sondern auch Querverlinkungen zulassen soll.
  • Fehlerkultur: Aus Fehlern lernen: Dieses Projekt zielt auf das Einbinden von Lehrinhalten zum Thema Team- und Fehlerkommunikation ab und soll mit Unterstützung des Labs als Wahlpflichtfach etabliert werden, da das Topic eine große Relevanz aufweist und vielfältige Bedürfnisse erfüllt.
  • HOW TO ist ein Projekt des Medical Training Centers, hier steht das Etablieren eines hybriden Trainingsplatzes für medizinische Fähigkeiten und Fertigkeiten im Fokus, auch dies soll virtuell, vor allem aber analog angeboten werden und wird deshalb mit Unterstützung des Innovationslabors zum Wintersemester 2021/2022 anvisiert.

Diese innovativen und praxisnahen Projekte und die beeindruckende Arbeit der Teilnehmenden illustrieren, wie zielführend das Format des TUMMEC OPEN Hackathon ist. Die ausführliche Evaluation unter den Teilnehmenden hat den großen Bedarf, die breite Akzeptanz und den unmittelbaren Nutzen dieses Formats bestätigt.

Gleichwohl gibt es natürlich Verbesserungspotenziale. So sollen in Zukunft noch breitere Gruppen von Studierenden und Dozierenden erreicht, die Teilnehmer*innenanzahl weiter erhöht werden. Auch der Zeitpunkt, zu dem der Hackathon angesetzt war, muss durchaus kritisch reflektiert werden. Nicht zuletzt durch die Pandemie und ein „erzwungenes“ Umstellen etablierter Lehrformate, waren vor allem Dozierende zu dieser Zeit ohnehin schon stark gefordert; die Teilnahme am Hackathon sahen einige deshalb eher als zusätzlichen Aufwand denn als hilfreiches Setting zur Weiterentwicklung der eigenen Lehre. Verbessern werden wir zukünftig auch die Beteiligung durch eine noch stärkere Flexibilität und noch mehr Raum für den aktiven Austausch mit Kolleg*innen und Kommiliton*innen.

Der große Erfolg des Pilotprojekts hat uns überzeugt, ein solches Veranstaltungsformat turnusmäßig zu verstetigen. Ein regelmäßiger, jährlicher Hackathon könnte in Zukunft als Antreiber, das damit verbundene Innovationslabor als Garant von gelebter und partizipativer Fakultätsentwicklung wirken. Durch dieses Zusammenspiel würde eine nachhaltige und zukunftsfähige Innovationskultur für Lehren, Lernen und das gemeinsame Campusleben auch im new normal gepflegt werden.

Wer Lust auf einen kleinen Rückblick hat und einen Einblick in unsere laufenden Projekte bekommen möchte, ist herzlich eingeladen, unseren Moodlekurs zu besuchen und uns bei Instagram zu folgen.

© für alle Abbildungen: Fachschaft Medizin

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