Videobasierte Tutorenausbildung mit Blended Learning

Studentische Tutorien sind mittlerweile ein kaum mehr wegzudenkender Bestandteil der universitären Lehre. Mit einem neuen videobasierten Kursformat soll erreicht werden, dass alle angehenden Tutorinnen und Tutoren der Informatik auf diese neue Rolle vorbereitet werden. Der Kurs verwendet die Lernform „Blended Learning“, das heißt er besteht aus einer selbstgesteuerten Online-Phase und einer komplementierenden Präsenzveranstaltung.


Ziel: Tutorenausbildung für alle

Studierende, die zum ersten Mal eine Übungsgruppe oder ein Tutorium leiten, haben oftmals keine formelle didaktische oder pädagogische Vorbildung. Um die angehenden Tutorinnen und Tutoren auf ihre neue Rolle vorzubereiten, bietet die Professur Didaktik der Informatik seit mehreren Jahren ein 3-tägiges Blockseminar jeweils vor Semesterbeginn an. Daran können jedoch regelmäßig nicht alle angehenden Tutoren teilnehmen, da sie sich zu diesem Zeitpunkt beispielsweise noch in ihren Heimatorten oder -ländern aufhalten. Damit in Zukunft alle angehenden Tutorinnen und Tutoren an einer grundlegenden didaktischen und pädagogischen Ausbildung teilnehmen können, haben Dino Capovilla und Johannes Krugel ein Lehrkonzept für eine videobasierte Online-Schulung entworfen. Dieses Projekt wurde als Preisträger vom TUM-Lehrfonds zur Förderung ausgewählt.

Screenshot aus Moodle (Quelle: Johannes Krugel)

Screenshot aus Moodle (Quelle: Johannes Krugel)

Videobasierter Online-Kurs

Der Kurs verwendet die Lernform „Blended Learning“, das heißt er kombiniert eine selbstgesteuerte Onlinephase mit einer Präsenzveranstaltung. Damit die angehenden Tutoren im Online-Kurs möglichst realitätsnah vorbereitet werden, beinhaltet er insbesondere Videosequenzen von relevanten Situationen in Tutorien.

Zur Produktion der Videos konnten wir auf das herkömmliche Blockseminar zurückgreifen: Beim Blockseminar werden Situationen in Informatiktutorien mit Rollenspielen durchgespielt; in diesen Rollenspielen werden verschiedene Lehrmethoden, aber auch Gender- und Diversity-Aspekte behandelt. Diese Rollenspiele haben wir gefilmt und (mit Einverständnis der teilnehmenden Studierenden) in unseren neuen Online-Kurs integriert. Als Lernplattform für den Online-Kurs verwenden wir Moodle mit dem Quiz-In-Video-Plugin (das übrigens von der TUM entwickelt wurde).

In der Präsenzveranstaltung werden dann die von den Studierenden in der Online-Phase erarbeiteten Ergebnisse gemeinsam analysiert und für die verschiedenen Situationen die möglichen Handlungsalternativen diskutiert.

Vorteile dieses Lehrkonzepts

Durch die Kombination von Onlinephase und Präsenzveranstaltung können die Vorteile der beiden Lernformen gezielt eingesetzt werden:

Die Lernenden haben den Vorteil, dass sie die Online-Phase unabhängig von Ort und Zeit bearbeiten können, die Tutorenausbildung also größtenteils noch in der vorlesungsfreien Zeit an ihrem jeweiligen Heimatort absolvieren können. In der Präsenzphase kann dann der ebenfalls wichtige persönliche Austausch erfolgen, weil die Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren auch ein sozialer Prozess ist.

Ein Vorteil für Lehrende ist der geringe Aufwand, sobald der Online-Kurs einmal erstellt ist. Aber auch bei dessen Erstellung können, sobald das Konzept des Kurses erarbeitet ist, studentische Hilfskräfte sehr gut operativ unterstützen. Sie können beispielsweise das Filmen und Schneiden der Videos übernehmen und bei enger Absprache auch weitere Inhalte und Aufgaben des Online-Kurses mitgestalten.

Förderung

Der TUM-Lehrfonds hat uns die Möglichkeit eröffnet, dieses Projekt im Wintersemester 2016/17 und Sommersemester 2017 umzusetzen. Konzeptionell werden wir dabei vom Medienzentrum im Rahmen des Programms eTeaching@TUM sowie von ProLehre unterstützt.

 

Weiterführende Informationen:

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